{"id":882,"date":"2017-03-27T12:44:31","date_gmt":"2017-03-27T11:44:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/?p=882"},"modified":"2017-04-11T10:35:20","modified_gmt":"2017-04-11T09:35:20","slug":"markenrecht-in-der-apotheke-abmahnungen-aus-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/?p=882","title":{"rendered":"Markenrecht in der Apotheke &#8211; Abmahnungen aus Deutschland."},"content":{"rendered":"<p>Markennamen haben\u00a0gerade\u00a0im millionenschweren Pharma-Gesch\u00e4ft gro\u00dfes wirtschaftliches Gewicht &#8211; man denke nur an das sprichw\u00f6rtlich gewordene Medikament namens <em>Aspirin<\/em>. Aber auch weniger bekannte Pr\u00e4parate und Arzneien sind mit gesch\u00fctzten Namen bezeichnet, denen &#8211; zu Recht oder zu Unrecht &#8211; gro\u00dfer Geldwert zugemessen wird. Eine Apotheke in K\u00e4rnten wurde k\u00fcrzlich mit entsprechenden Anspr\u00fcchen konfrontiert.<\/p>\n<p>Die Apotheke bietet in ihrem Online-Shop das vom Hersteller <strong>Ratiopharm<\/strong> produzierte rezeptfreie Pr\u00e4parat &#8222;laxbene ratiopharm&#8220; an; das Internet kennt kaum\u00a0Beschr\u00e4nkungen, und so kann\u00a0dieses\u00a0Warenangebot auch von Kunden in Deutschland abgerufen werden. Dies rief die M\u00fcnchner Patentanwalts-Kanzlei Stolm\u00e1r und Partner auf den Plan, die die betreffende Apotheke sofort mittels Abmahnung zur Abgabe einer <strong>Unterlassungserkl\u00e4rung<\/strong> und \u00dcbernahme betr\u00e4chtlicher Kosten aufforderte. Der Forderung wurde ein Streitwert (&#8222;Gegenstandswert&#8220;) von \u20ac 20.000,- zugrundegelegt und auf dieser Basis die (nat\u00fcrlich nicht n\u00e4her aufgeschl\u00fcsselten) Kosten berechnet.<\/p>\n<p>Der Patentanwalt Wolfgang Zippelius berief sich auf eine von der Firma <strong>Recordati Pharma<\/strong> registrierte Marke namens &#8222;laxbene&#8220;. Durch den Vertrieb der Arznei\u00a0&#8222;laxbene ratiopharm&#8220; in Deutschland werde in die Markenrechte eingegriffen. Soweit die Behauptung.<\/p>\n<p>Die geforderte Unterlassungerkl\u00e4rung hat es in sich: zun\u00e4chst wird Rechnungslegung \u00fcber s\u00e4mtliche Verk\u00e4ufe des Pr\u00e4parats und der daf\u00fcr betriebenen Werbung beansprucht, dann wird die Verpflichtungserkl\u00e4rung verlangt, das Pr\u00e4parat nicht mehr in (bzw. nach) Deutschland zu verkaufen und allf\u00e4llige Sch\u00e4den zu ersetzen, und &#8211; bei weiteren Verst\u00f6\u00dfen gegen das Markenrecht &#8211; \u00a0eine Vertragsstrafe von sage und schreibe \u20ac 20.000,-(!) gefordert. Da\u00df die Apotheke diesen Forderungen nicht nachkam, ist klar.<\/p>\n<p>Wie\u00a0Patentanwalt Zippelius selbst einr\u00e4umt, beruht die Verwendung des Markennamens &#8222;laxbene&#8220; durch Firma Ratiopharm auf einer <span style=\"text-decoration: underline;\">Vereinbarung<\/span> zwischen Ratiopharm und dem Markeninhaber\u00a0Recordati &#8211; d.h. die Markenben\u00fctzung erfolgt zu Recht. Die Behauptung jedoch, die hier betroffene Apotheke w\u00fcrde durch den Vertrieb des Ratiopharm-Pr\u00e4parates gegen das Markenrecht von\u00a0Recordati versto\u00dfen, wird nicht aufrecht zu erhalten sein, wie sowohl das deutsche Markengesetz als auch auch das \u00f6sterreichische Markenschutzgesetz eindeutig besagen.<\/p>\n<p>Noch ist die Angelegenheit nicht abgeschlossen &#8211; wir berichten \u00fcber den Fortgang der Angelegenheit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Stand: 24.03.2017<br \/>\nMS<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Markennamen haben\u00a0gerade\u00a0im millionenschweren Pharma-Gesch\u00e4ft gro\u00dfes wirtschaftliches Gewicht &#8211; man denke nur an das sprichw\u00f6rtlich gewordene Medikament namens Aspirin. Aber auch weniger bekannte Pr\u00e4parate und Arzneien sind mit gesch\u00fctzten Namen bezeichnet, denen &#8211; zu Recht oder zu Unrecht &#8211; gro\u00dfer Geldwert zugemessen wird. Eine Apotheke in K\u00e4rnten wurde k\u00fcrzlich mit entsprechenden Anspr\u00fcchen konfrontiert. Die Apotheke bietet in ihrem Online-Shop das vom &#8230; <a href=\"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/?p=882\" class=\"more-link\">Read More<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-882","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-informationen","no-post-thumbnail"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/882","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=882"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/882\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":903,"href":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/882\/revisions\/903"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=882"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=882"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=882"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}