{"id":877,"date":"2017-03-30T13:50:29","date_gmt":"2017-03-30T12:50:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/?p=877"},"modified":"2017-03-28T16:51:11","modified_gmt":"2017-03-28T15:51:11","slug":"recht-am-eigenen-bild-zu-%c2%a7-78-urhg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/?p=877","title":{"rendered":"Recht am eigenen Bild &#8211; zu \u00a7 78 UrhG"},"content":{"rendered":"<p>In \u00a7 78 des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) ist der Bildnisschutz, d.h. das Recht am eigenen Bild, geregelt. In der Entscheidung zu \u00a0<strong>6 Ob 2\/17p<\/strong> hatte sich der OGH mit dieser Bestimmung auseinanderzusetzen.<\/p>\n<p>In diesem Fall st\u00fctzte sich der Kl\u00e4ger allerdings f\u00e4lschlicherweise auf die Bestimmung des \u00a7 78 UrhG: er versuchte n\u00e4mlich, sich gegen eine Abbildung einer Person zu wehren, die seinem Vater <em>\u00e4hnelte<\/em>; d.h. es lag kein Photo des Vaters selbst vor, sondern nur einer sehr \u00e4hnlichen anderen Person. \u00a7 78 UrhG ist aber nur dann anwendbar, wenn eine Person selbst (und nicht ein &#8222;Doppelg\u00e4nger&#8220;)\u00a0widerrechtlich abgebildet wird. Diese Tatsache hat der Kl\u00e4ger zu beweisen &#8211; im gegenst\u00e4ndlichen Fall hatte er es aber nicht einmal behauptet. Eine zuf\u00e4llige \u00c4hnlichkeit rechtfertigt nach Ansicht des Gerichts keine Klage auf Unterlassung der Abbildung. (Wie sich hier zeigt, ist es aber jedenfalls zul\u00e4ssig, wenn der Sohn die Rechte seines Vaters als dessen Rechtsnachfolger geltend macht.)<\/p>\n<p>In den F\u00e4llen des Rechtes am eigenen Bild mu\u00df, so die bisherige Judikatur, zumindest erkennbar sein, wer abgebildet ist. Wenn dies nicht einmal der Fall ist, d.h. der Kl\u00e4ger nicht einmal eindeutig nachweisen kann, da\u00df <em>sein<\/em> Bildnis\u00a0abgebildet wurde, besteht auch kein Unterlassungsanspruch; es kann ja auch nicht \u00fcberpr\u00fcft werden, ob es sich beim Abgebildeten tats\u00e4chlich um den Kl\u00e4ger handelt. Nach einer fr\u00fcheren OGH-Entscheidung mu\u00df f\u00fcr eine Verletzung des Bildnisschutzes nicht nur der\u00a0Abgebildete <em>identifizierbar<\/em> sein, es mu\u00df sich tats\u00e4chlich auch um eine Abbildung\u00a0der betreffenden Person <em>handeln<\/em> (und nicht um eine blo\u00df \u00e4hnliche Person). Die nunmehrige Entscheidung folgt dieser Linie.<\/p>\n<p>Ob nicht vielleicht alternativ eine Verletzung des Pers\u00f6nlichkeitsrechtes (\u00a7 16 ABGB) vorliegt, wurde in der Entscheidung\u00a0\u00a06 Ob 2\/17p nicht behandelt. Dies k\u00f6nnte z.B. dann der Fall sein, wenn der Abbildung einer Person der Name eines anderen beigegeben wird (auch dies war hier nicht der Fall), oder wenn der Ruf einer bekannten Pers\u00f6nlichkeit durch Einsatz eines Imitatoren (ein Beispiel hief\u00fcr war ein Imitator von Ivan Rebroff in einem M\u00fcllermilch-Werbespot) ausgebeutet wird.\u00a0Zwar liegen auch darin Rechtsverletzungen begr\u00fcndet, jedoch nicht nach dem Bildnisschutz des Urheberrechtsgesetzes.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Stand: M\u00e4rz 2017<br \/>\nMS<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In \u00a7 78 des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) ist der Bildnisschutz, d.h. das Recht am eigenen Bild, geregelt. In der Entscheidung zu \u00a06 Ob 2\/17p hatte sich der OGH mit dieser Bestimmung auseinanderzusetzen. In diesem Fall st\u00fctzte sich der Kl\u00e4ger allerdings f\u00e4lschlicherweise auf die Bestimmung des \u00a7 78 UrhG: er versuchte n\u00e4mlich, sich gegen eine Abbildung einer Person zu wehren, die seinem &#8230; <a href=\"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/?p=877\" class=\"more-link\">Read More<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"rs_blank_template":"","rs_page_bg_color":"","slide_template_v7":"","footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-877","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-informationen","no-post-thumbnail"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/877","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=877"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/877\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":891,"href":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/877\/revisions\/891"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=877"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=877"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=877"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}