{"id":630,"date":"2016-09-05T15:30:42","date_gmt":"2016-09-05T14:30:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/?p=630"},"modified":"2016-09-06T14:23:53","modified_gmt":"2016-09-06T13:23:53","slug":"kachelofen-in-mietwohnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/?p=630","title":{"rendered":"\u00dcberraschung: Kachelofen-Einbau in Mietwohnung gilt als wesentliche Ver\u00e4nderung!"},"content":{"rendered":"<p>\u00dcblicherweise enthalten Mietvertr\u00e4ge Bestimmungen dar\u00fcber, da\u00df die Vornahme von wesentlichen Ver\u00e4nderungen am Mietobjekt zustimmungspflichtig sind, d.h. da\u00df der Vermieter seine Erlaubnis zu solchen Ma\u00dfnahmen erteilen mu\u00df.\u00a0Solche Ver\u00e4nderungen sind\u00a0aber ohnehin\u00a0nach \u00a7 9 Mietrechtsgesetz (MRG) nur mit Zustimmung zul\u00e4ssig. In einem recht originell anmutenden Fall ging es nun um die Frage eines ohne Zustimmung eingebauten <strong>Kachelofens<\/strong>.<\/p>\n<p>Der Mieter wollte\u00a0einen Kachelofen mit 720 kg Gewicht einbauen, der nur bei\u00a0Anbohren des Estrichs(!) errichtet werden kann. Der Mieter behauptete, da\u00df der Wunsch nach einem eigenen Kachelofen weit verbreitet sei und auch eine gro\u00dfe Zahl solcher \u00d6fen in \u00f6sterreichischen Haushalten zu finden sei; daraus wollte er eine sogenannte &#8222;Verkehrs\u00fcblichkeit&#8220; ableiten, d.h. seine Behauptung st\u00fctzen, da\u00df ein solcher Kachelofen <em>keine\u00a0<\/em>wesentliche Ver\u00e4nderung des Mietgegenstandes sei. Die Gerichte stimmten hier aber nicht zu und sahen auch sonst kein wichtiges Interesse des Mieters, auch wenn er subjektiv erh\u00f6htes K\u00e4lteempfinden(!) behauptete bzw. einwandte.<\/p>\n<p>Der OGH sah dies ebenso (5 Ob 33\/16p) und best\u00e4tigte die Rechtsmeinung der vorangegangenen Beschl\u00fcsse, die eine Zustimmungspflicht erkannten.<\/p>\n<p>Will der Mieter eine gr\u00f6bere Ver\u00e4nderungen am Mietgegenstand vornehmen, dann mu\u00df gepr\u00fcft werden, ob der Vermieter die Ver\u00e4nderungen in konkreten Einzelfall zu dulden hat oder nicht. Ob eine Ver\u00e4nderung wesentlich oder unwesentlich ist, wird anhand der\u00a0Verkehrsauffassung bestimmt. Der Mieter mu\u00df in diesen F\u00e4llen aber jedenfalls behaupten und beweisen, da\u00df den Vermieter eine Duldungspflicht trifft (was im Einzelfall, wie hier, schwierig sein kann).<\/p>\n<p>Nicht zustimmungsbed\u00fcrftig sind hingegen unwesentliche\u00a0Ma\u00dfnahmen bzw. Ver\u00e4nderungen am Mietgegenstand (Mietwohnung). In der Regel sind solche geringf\u00fcgigen Ma\u00dfnahmen wieder\u00a0leicht zu beseitigen, soda\u00df der Vermieter nicht in seinen\u00a0schutzw\u00fcrdigen Interessen verletzt wird. Da\u00df dies bei einem Kachelofen mit 720 kg (der sicherlich auch nicht allzuleicht entfernt werden kann) nicht der Fall ist, sollte jedermann einleuchten. Da\u00df der Mieter mit dem\u00a0subjektiv erh\u00f6hten K\u00e4lteempfinden nicht von selbst auf die Idee kam, da\u00df ein solches Bauvorhaben nicht ohne Zustimmung des Vermieters durchgezogen werden k\u00f6nnte, erstaunt allerdings.<\/p>\n<p>MS<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcblicherweise enthalten Mietvertr\u00e4ge Bestimmungen dar\u00fcber, da\u00df die Vornahme von wesentlichen Ver\u00e4nderungen am Mietobjekt zustimmungspflichtig sind, d.h. da\u00df der Vermieter seine Erlaubnis zu solchen Ma\u00dfnahmen erteilen mu\u00df.\u00a0Solche Ver\u00e4nderungen sind\u00a0aber ohnehin\u00a0nach \u00a7 9 Mietrechtsgesetz (MRG) nur mit Zustimmung zul\u00e4ssig. In einem recht originell anmutenden Fall ging es nun um die Frage eines ohne Zustimmung eingebauten Kachelofens. 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