{"id":514,"date":"2016-06-07T09:40:58","date_gmt":"2016-06-07T08:40:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/?p=514"},"modified":"2016-06-07T09:43:29","modified_gmt":"2016-06-07T08:43:29","slug":"grenzueberschreitende-eu-erbfaelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/?p=514","title":{"rendered":"Grenz\u00fcberschreitende Erbf\u00e4lle in der EU neu geregelt."},"content":{"rendered":"<p>Seit 17.08.2015 ist die <strong>Europ\u00e4ische Erbrechtsverordnung<\/strong> in Kraft, welche grenz\u00fcberschreitende Erbf\u00e4lle innerhalb der EU regelt. Diese Verordnung ist mit Ausnahme von Gro\u00dfbritannien, Irland und D\u00e4nemark in allen Mitgliedstaaten der EU anwendbar.<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Erbrechtsverordnung verdr\u00e4ngt die in \u00d6sterreich bisher geltenden \u00a7\u00a7 28 ff IPRG (Bundesgesetz \u00fcber das internationale Privatrecht). Nunmehr ist derjenige Staat international zust\u00e4ndig und es gelangt das Erbrecht desjenigen Staates zur Anwendung, in welchem der Erblasser seinen sogenannten letzten \u201e<strong>gew\u00f6hnlichen Aufenthalt<\/strong>\u201c hatte  &#8211; es kommt also nicht mehr darauf an, welche Staatsb\u00fcrgerschaft der Erblasser besa\u00df.<\/p>\n<p>Zwar definiert die Erbrechtsverordnung nicht, unter welchen Voraussetzungen ein gew\u00f6hnlicher Aufenthalt gegeben ist, jedoch geht aus den Erw\u00e4gungsgr\u00fcnden zu dieser Verordnung hervor, dass bei der Bestimmung des gew\u00f6hnlichen Aufenthalts eine Gesamtbeurteilung der Lebensumst\u00e4nde des Erblassers in den letzten Jahren vor seinem Tod vorgenommen werden soll. Der danach festgestellte gew\u00f6hnliche Aufenthalt sollte eine besonders enge und feste Bindung zu dem betreffenden Staat aufweisen. Als zentrales Kriterium ist vor allem der <strong>Lebensmittelpunkt<\/strong> des Erblassers heranzuziehen, wobei dieser dann anzunehmen ist, wenn sich an einem bestimmten Ort der Schwerpunkt des famili\u00e4ren oder beruflichen Lebens befindet.<\/p>\n<p>Es besteht jedoch nach der Europ\u00e4ischen Erbrechtsverordnung f\u00fcr den Erblasser auch die M\u00f6glichkeit, die Erbfolge mittels <strong>Rechtswahl<\/strong> dem Recht jenes Staates zu unterstellen, dem er zum Zeitpunkt der Aus\u00fcbung der Rechtswahl angeh\u00f6rt hat, d.h. im Testament kann bestimmt werden, welches nationale Recht auf den Erbfall angewendet werden soll.<\/p>\n<p><strong>Achtung:<\/strong> Die Europ\u00e4ische Erbrechtsverordnung regelt <strong>nicht die steuerlichen Folgen eines Erbfalles<\/strong>, also ob eine Erbschaftssteuer anf\u00e4llt oder nicht. Erbschaften sind in manchen EU-L\u00e4ndern steuerpflichtig, so f\u00e4llt etwa in Deutschland Erbschaftssteuer an.<br \/>\nDie Steuerpflicht kn\u00fcpft in diesem Fall an den <strong>gew\u00f6hnlichen Aufenthalt des Erben<\/strong> an. Auch wenn ein Erbfall beispielsweise an sich nach \u00f6sterreichischem Recht abgehandelt wird (wo Erbschaften derzeit nicht steuerpflichtig sind), kann Erbschaftssteuer f\u00fcr einen Erben dann anfallen, wenn er seinen gew\u00f6hnlichen Aufenthalt (etwa aufgrund von Studium oder Beruf) in der Republik Deutschland hat, denn dieser Staat hebt im Erbfalle eine solche Steuer ein.<\/p>\n<p>Mag. Omatova\/Mag. Seeber<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit 17.08.2015 ist die Europ\u00e4ische Erbrechtsverordnung in Kraft, welche grenz\u00fcberschreitende Erbf\u00e4lle innerhalb der EU regelt. Diese Verordnung ist mit Ausnahme von Gro\u00dfbritannien, Irland und D\u00e4nemark in allen Mitgliedstaaten der EU anwendbar. 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