{"id":2438,"date":"2025-11-12T17:06:43","date_gmt":"2025-11-12T16:06:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/?p=2438"},"modified":"2026-06-11T09:03:56","modified_gmt":"2026-06-11T08:03:56","slug":"bohrn-to-be-wild","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/?p=2438","title":{"rendered":"Bohrn to be wild."},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[Warnung: Dieser Artikel ist bohrnographisch.] In meinen Breiten sagt der Volksmund, wo er vom grassierenden Idiotendeutsch noch nicht ganz verdorben ist, so treffend: <em>\u201eWer austeilen kann, kann einstecken aa\u201c<\/em>. Ein gewisser Sebastian Bohrn Mena (&#8222;\u00d6konom, Autor &amp; Stiftungsvorstand&#8220;), der Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr hat, da\u00df die <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/shorts\/qyJ0qOCiI9s\">Eltern eines Mordopfers <em>frustriert<\/em><\/a> sind, hat diese Weisheit vielleicht aufgrund mangelnder Kombinationsgabe allzu w\u00f6rtlich genommen: Weil er seit Jahren austeilt, will er jetzt einstecken \u2013 n\u00e4mlich Schmerzengeld und sonstigen Schadenersatz, weil er (es gl\u00e4nzt die Tr\u00e4ne im Knopfloch) im Internet vom gemeinen Volk, das er so verachtet, beleidigt worden sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist ja auch wirklich unverst\u00e4ndlich, da\u00df Salonbolschewismus, Menschenverachtung und Arroganz nicht jedermanns Sache sind. Folglich passiert es, (ganz allgemein gesprochen) da\u00df das aufgebrachte Volk Ross und Reiter beim Namen nennt und sich (begreiflicherweise?) nicht scheut, einen Reiter, der vom hohen Ross mit Verachtung auf den gemeinen P\u00f6bel speit, einen Trottel zu hei\u00dfen. (Was freilich nur <em>ganz allgemein <\/em>gesprochen ist, da ich <em>hier <\/em>niemanden als Trottel bezeichne.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weil sich nun die Masse der B\u00fcrger, die in ihrer Gesamtheit beleidigt werden, als solche nicht wehren kann, der Beleidiger aber gegen einzelne B\u00fcrger, von denen im Gegenzug <em>er <\/em>sich beleidigt f\u00fchlt, sehr wohl vorgehen kann, klagt jetzt der beleidigte Beleidiger, wie hei\u00dft er &#8230; richtig: Bohrn Mena (nicht vergessen: &#8222;\u00d6konom, Autor &amp; Stiftungsvorstand&#8220;).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und der Lienzer Rechtsanwalt Dr. Kerschbaumer, herbeigerufen eilig, hilft ihm dabei. Zeit daf\u00fcr hat er wohl, nachdem die Causa eines Polizisten, der es nicht war, und die eines anderen Polizisten, der bei einer Ruhest\u00f6rung einen <a href=\"https:\/\/ris.bka.gv.at\/Dokumente\/Justiz\/JJR_19750909_OGH0002_0100OS00071_7500000_006\/JJR_19750909_OGH0002_0100OS00071_7500000_006.html\">Pfefferspray<\/a> in Anschlag bringt, welches aber keine Waffe gewesen sein soll, weidlich abgegrast hat. (Es handelt sich um jenen Dr. Kerschbaumer, der sich medial durch solche Aphorismen hervortat die <em>\u201eNur wer brennt wie ein Luster scheut das Feuer\u201c<\/em> und sich mittlerweile die Meinung eines Kollegen, <a href=\"https:\/\/www.kleinezeitung.at\/kaernten\/6195106\/Videos-auf-Facebook_Hunderte-Klagen-nach-Polizeieinsatz-im-Gurktal\">er betreibe Kostenschinderei<\/a>, gefallen lassen muss.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dem ersten Polizisten (dem, der es nicht war) soll der Lienzer Rechtsanwalt ein Zusatzeinkommen von mehr als \u20ac 300.000,- verschafft haben \u2013 das ist eine Sch\u00e4tzung des Oberlandesgerichts Graz (die Rede ist genauer von \u20ac 316.680,-), aber wahrscheinlich kommt ein noch h\u00f6herer Betrag den Tatsachen schon n\u00e4her. Und auch der zweite Polizist (der sich gerichtlich gegen die Behauptung wehrt, er habe in Weitensfeld im Gurktal jemanden mit einer Waffe bedroht, nur weil er jemanden mit einer Waffe bedroht hat) freut sich \u00fcber Schadenersatzzahlungen und medienrechtliche Entsch\u00e4digungen in betr\u00e4chtlicher H\u00f6he, weshalb er es bisher vermieden hat, vor Gericht zu erscheinen, da er sonst gefragt werden k\u00f6nnte, \u00fcber <em>welche H\u00f6he <\/em>er sich da freut.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun hat aber das Landesgericht Klagenfurt in einer richtungsweisenden Entscheidung (mittlerweile rechtskr\u00e4ftig) ausgesprochen, da\u00df erstens eine Beleidigung \u00fcber das Internet eine \u201emittelschwere Kr\u00e4nkung\u201c darstellt und somit <em>insgesamt <\/em>(immer noch) rund EUR 7.500,00 an Schmerzengeld wert ist, und zweitens, da\u00df ein solcher Schaden <em>nur einmal<\/em> eintritt, auch wenn eine solche Beleidigung zig-fach z.B. \u00fcber Facebook geteilt wird. &#8230; Das ist jetzt nat\u00fcrlich ein wenig peinlich. N\u00e4mlich f\u00fcr die beiden Polizeibeamten, die ihren (behaupteten) Schaden nicht nur <em>einmal<\/em>, sondern zig-fach bezahlt bekommen haben. Und das, obwohl die (vermeintlichen) Sch\u00e4diger <em>solidarisch <\/em>f\u00fcr den eingetretenen Schaden haften. D.h. der Gesch\u00e4digte kann sich aussuchen, ob er sich seinen Schadenersatz nur von <em>einem <\/em>der Sch\u00e4diger holt oder aufgeteilt von mehreren Sch\u00e4digern. Aber er kann den Schaden immer <em>insgesamt nur einmal<\/em> bekommen und nicht mehrmals immer wieder dieselbe Schadenssumme. Das bedeutet wohl, da\u00df einige, die den Polizeibeamten <em>jeweils den gesamten<\/em> Schadensbetrag bezahlt haben, nun bei diesen Herren anklopfen und ihr Geld zur\u00fcckverlangen k\u00f6nnten. (Wir hoffen, da\u00df dies nicht eine neuerliche Kr\u00e4nkung und damit verbundene Krankenst\u00e4nde ausl\u00f6sen wird. Da\u00df es indessen etliche Polizeibeamte gibt, die sich f\u00fcr das Verhalten der erw\u00e4hnten Kollegen geradezu genieren, d\u00fcrfte ebenso selbstverst\u00e4ndlich sein wie der Genierer jener Standeskollegen des erw\u00e4hnten Rechtsanwalts, die <em>keine <\/em>Kostenschinderei betreiben.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was bedeutet das nun f\u00fcr einen gewissen Herrn, wie hei\u00dft er &#8230; richtig: Bohrn Mena? (Genau, der \u00d6konom, Autor &amp; Stiftungsvorstand.) Da\u00df mit echten oder nur gef\u00fchlten Beleidigungen der gro\u00dfe Reibach nicht zu machen ist; da\u00df sich Bohrniertheit nicht lohnt; da\u00df Zivilisten wie er wom\u00f6glich keine so zuvorkommende Behandlung vor Gericht genie\u00dfen werden wie beleidigte Uniformierte; und da\u00df eben, wer austeilen kann, auch einmal etwas einstecken mu\u00df, was aber nicht zwangsl\u00e4ufig Geld sein wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">MS<br>Stand: 11.11.2025<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[Warnung: Dieser Artikel ist bohrnographisch.] In meinen Breiten sagt der Volksmund, wo er vom grassierenden Idiotendeutsch noch nicht ganz verdorben ist, so treffend: \u201eWer austeilen kann, kann einstecken aa\u201c. 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