{"id":2337,"date":"2025-04-24T17:08:19","date_gmt":"2025-04-24T16:08:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/?p=2337"},"modified":"2025-04-29T14:54:04","modified_gmt":"2025-04-29T13:54:04","slug":"lesen-bueldet-kleiner-p-ganz-gross","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/?p=2337","title":{"rendered":"Lesen b\u00fcldet! &#8211; Kleiner P. ganz gro\u00df."},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das kommt von das! Wer zur Erhaltung seiner seelischen Gesundheit sonst gro\u00dfe B\u00f6gen um unsere Zeitungen macht, im Kaffeehaus zur \u00dcberbr\u00fcckung der Wartezeit auf eine Besprechung dann aber doch zu so etwas wie der <em>Krone <\/em>greift, bereut es bitterlich. Wir erfahren darin, da\u00df unsere Regierung, hier in Person der Justizminister*in, <em>endlich <\/em>das versenden von &#8218;Penis-Bildern&#8216; (welche geheimen Obsessionen treiben solche Leute eigentlich um?) zur Straftat macht. (Man h\u00e4tte bisher eigentlich annehmen k\u00f6nnen, da\u00df Genitalbilder <a href=\"https:\/\/www.falter.at\/zeitung\/20210331\/dickpic\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.falter.at\/zeitung\/20210331\/dickpic\">eine Sache unter M\u00e4nnern<\/a> sind&#8230;)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Strafrecht jedenfalls &#8211; so habe ich das seinerzeit noch gelernt &#8211; ist etwas, das ernst zu nehmen ist. Oder heute besser: war. Denn wenn speziell das Justizministerium glaubt, f\u00fcr sein teures Geld auch irgendetwas herzeigen zu m\u00fcssen <em>(Wortspiel nicht beabsichtigt, aber geduldet)<\/em>, dann kommen eben solche Aktivit\u00e4tsmimikry heraus, mit denen das Strafrecht zum Lifestyle-Spielplatz verkommt. Noch ist die <em>lex penis <\/em>nicht kundgemacht, aber ich freue mich schon auf Formulierungen wie: &#8222;<em>Wer auf elektronischem Wege ein Lichtbild seiner oder einer Dritten zu Beischlaf, Harnabschlagen oder sonstigen Vergn\u00fcgungen gedachten Vorrichtung an weibliche oder weiblich gelesene Personen, die nicht ihr Einverst\u00e4ndnis <em>hiezu <\/em>erkl\u00e4rt oder nachdr\u00fccklich darum gebeten haben, verschickt, ist mit Freiheitsstrafe&#8230;&#8220;<\/em>. Schrecklich: der zu erwartende Gesetzestext wird nicht viel intelligenter sein&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Weiters, so die Frau Justizminister*in, solle \u00fcbrigens ein Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen beschlossen werden. Und ich, in meiner Naivit\u00e4t, war immer der Meinung, da\u00df K\u00f6rperverletzung, Vergewaltigung etc. schon verboten <em>sind<\/em>&#8230; Da\u00df heute jeder &#8222;Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen&#8220;, der zweifelsohne auf eine bestimmte, jedoch namentlich nicht genannte Zielgruppe gem\u00fcnzt ist und nicht mehrmals das Wort &#8222;Abschiebung&#8220; enth\u00e4lt, rein dekorativer Natur ist, sage ich jetzt absichtlich nicht.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Du sollst Dir kein Bild machen.<\/strong><br>Jetzt wird das Bild vom P. also <em>ausdr\u00fccklich <\/em>verboten. Es ist aber bisher auch <em>ohne <\/em>solchen (neuerlichen) Aktionismus gegangen: als ob es den <a href=\"https:\/\/ris.bka.gv.at\/NormDokument.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;Gesetzesnummer=10002296&amp;FassungVom=2025-04-24&amp;Artikel=&amp;Paragraf=107a&amp;Anlage=&amp;Uebergangsrecht=\">Straftatbestand der beharrlichen Verfolgung<\/a> nicht schon l\u00e4ngst g\u00e4be. Aber die Ministerien spielen halt gern. Verantwortungsvolle Eltern werden ihrem Kinde, wenn es schon knapp nach der weihnachtlichen Bescherung wieder nach Spielzeug schreit, zu verstehen geben, da\u00df es doch zuerst einmal mit dem alten zu Ende spielen m\u00f6ge. Heute, im Zeitalter des institutionalisierten Infantilismus, w\u00e4ren Gesetzgeber ebenso h\u00f6flich zu ersuchen, sich doch einmal mit dem ohnehin schon \u00fcberbordenden Gesetzesbestand zu bescheiden, bevor wieder neues Gesetzesspielzeug angeschafft wird. Aber solange man unserer kastrierten Gesellschaft emsige T\u00e4tigkeit durch <em>brennende <\/em>Fragen wie jene um das Bild vom P. vort\u00e4uschen kann, braucht man sich mit echten Problemen (hier k\u00f6nnte Ihr Beispiel stehen) ja nicht zu befassen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Also: erwarten Sie mit Spannung das n\u00e4chste Bundesgeschw\u00e4tzblatt, mit dem der digitale P. endlich <em>ausdr\u00fccklich <\/em>verboten wird. Solang es nicht verboten ist, <em>mu\u00df <\/em>man ja geradezu die Gelegenheit noch nutzen und solche Bilder verschicken. Hier ist meines:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/8\/8d\/%27David%27_by_Michelangelo_FI_Acca_JBS_030.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Bild: J\u00f6rg Bittner Unna, CC BY 3.0 <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/3.0\">https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/3.0<\/a>, via Wikimedia Commons)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">24. April 2025<br>MS<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das kommt von das! Wer zur Erhaltung seiner seelischen Gesundheit sonst gro\u00dfe B\u00f6gen um unsere Zeitungen macht, im Kaffeehaus zur \u00dcberbr\u00fcckung der Wartezeit auf eine Besprechung dann aber doch zu so etwas wie der Krone greift, bereut es bitterlich. 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