{"id":1286,"date":"2020-06-16T11:53:50","date_gmt":"2020-06-16T10:53:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/?p=1286"},"modified":"2022-03-31T12:44:18","modified_gmt":"2022-03-31T11:44:18","slug":"corona-karneval-chronik-eines-scheiterns","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/?p=1286","title":{"rendered":"Corona-Karneval. Chronik eines Scheiterns."},"content":{"rendered":"\n<p>Die derzeit noch amtierende Regierung klammert sich verzweifelt an das einzige Thema, das dieses Koalition noch zusammenh\u00e4lt: Covid-19, vulgo Corona. Die umfassenden Einschr\u00e4nkungen in den ersten zwei, drei Wochen waren aufgrund der vielleicht neuartigen Situation noch verst\u00e4ndlich und  als Beobachtungszeitraum gerade noch zu rechtfertigen. Aber alles, was danach an Verordnungen und Gesetzen fabriziert wurde, war und ist nur mehr der leicht durchschaubare und nachgerade peinliche Versuch, die politischen Fehleinsch\u00e4tzungen und falschen Entscheidungen dadurch zu kaschieren, indem man einfach nicht vom Standpunkt abr\u00fcckt, da\u00df die Bedrohung l\u00e4ngst vor\u00fcber ist. <\/p>\n\n\n\n<p>Erst als sich weite Teile der Bev\u00f6lkerung l\u00e4ngst infizieren h\u00e4tten k\u00f6nnen &#8211; wir erinnern uns: Eink\u00e4ufe waren lange Zeit ohne Mundschutz m\u00f6glich, und die Infektionszahlen schnellten <em>nicht<\/em> nach oben, im Gegenteil sanken sie &#8211; kamen immer neue und immer weitere Einschr\u00e4nkungen, die durch die sogenannte Lockerungs-Verordnung auf verfassungswidrige Weise sogar in den Privatbereich hineingriffen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lockerung hei\u00dft nicht Vereinfachung!<\/strong><br>Nun versteht der Normalb\u00fcrger unter einer Lockerung gemeinhin eine Vereinfachung. Falsch geraten! Je mehr sogenannte Lockerungen verf\u00fcgt wurden, <strong>desto l\u00e4nger<\/strong> wurde die Verordnung! Der Skandal dabei ist, da\u00df es in Wirklichkeit keine Veranlassung zu einer &#8222;Lockerung&#8220; gibt, sondern nur mehr zur <strong>ersatzlosen Aufhebung<\/strong> der bisherigen, v\u00f6llig \u00fcberschie\u00dfenden Auflagen, die unser t\u00e4gliches Leben in unzul\u00e4ssiger Weise einengen. Warum aber die Verordnungsschwemme? Weil eine Regierungsmannschaft, die v\u00f6llig \u00fcberzogen und despotisch reagiert hat (wir erinnern uns: Bundeskanzler Kurz drohte mit einer horrenden Sterberate), ein Eingest\u00e4ndnis eines Fehlverhaltens scheut wie der Teufel das Weihwasser. Je l\u00e4nger die Auflagen bleiben, desto l\u00e4nger l\u00e4\u00dft sich der Schwindel, die Regierung habe unser aller Leben gerettet, aufrecht erhalten &#8211; so wird wohl spekuliert.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Problem dieser Regierung ist evident: w\u00e4re ein Eingest\u00e4ndnis eines Fehlverhaltens vor zwei Monaten noch kritiklos hingenommen worden, so wird es mit jedem Tag und jeder weiteren \u00c4nderung der Lockerungs-Verordnung schwieriger, den l\u00e4ngst f\u00e4lligen R\u00fcckzug anzutreten. Allerdings: <strong>ohne Gesichtsverlust geht es nun nicht mehr. Diese Regierung ist nicht nur r\u00fccktrittsreif, sie ist geradezu zum R\u00fccktritt verpflichtet.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Neben den zahlreichen Arbeitslosen, die diese Regierung durch den oktroyierten &#8222;Lockdown&#8220; zu verantworten hat, hat sie auch noch die Satiriker arbeitslos gemacht, denn welches Kabarett, welche Faschingssitzung, <strong>welcher Satiriker kann einen solchen Verordnungs-Wahnwitz noch \u00fcberspitzen?<\/strong> Da sind alle Lacher schon drin, weitere satirische \u00dcbertreibung unn\u00f6tig &#8211; ich zitiere aus dem Bundesgesetzblatt 266 vom 13. Juni 2020 (\u00fcbrigens ein Samstag):<br>\u00a7 8 lautet nun in Abs. (3) &#8222;Bei der Sportaus\u00fcbung durch Spitzensportler gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;3 Z&nbsp;6 BSFG&nbsp;2017, auch aus dem Bereich des Behindertensports, <strong>kann der Abstand von zwei Metern unterschritten werden, wenn ein verantwortlicher Arzt ein dem Stand der Wissenschaft entsprechendes COVID-19-Pr\u00e4ventionskonzept zur Minimierung des Infektionsrisikos ausgearbeitet hat und der dessen Einhaltung laufend kontrolliert. Vor erstmaliger Aufnahme des Trainings- und Wettkampfbetriebes ist durch molekularbiologische Testung nachzuweisen, dass Sportler, Betreuer und Trainer SARS-CoV-2 negativ sind.<\/strong> &#8230;\u201c<br><em>oder:<\/em><br><em>In \u00a7&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 wird nach dem Wort&nbsp;<\/em>\u201eHochzeiten\u201c<em>&nbsp;ein Beistrich und das Wort&nbsp;<\/em>\u201eBegr\u00e4bnisse\u201c<em>&nbsp;eingef\u00fcgt.<\/em> <strong>Na also, auch Begr\u00e4bnisse z\u00e4hlen jetzt zu den Veranstaltungen<\/strong> &#8211; offen ist nur, in welche Kategorie sie fallen: &#8222;Als Veranstaltungen im Sinne dieser Verordnung gelten insbesondere geplante Zusammenk\u00fcnfte und Unternehmungen zur <strong>Unterhaltung, Belustigung<\/strong>, k\u00f6rperlichen und geistigen Ert\u00fcchtigung und <strong>Erbauung<\/strong>.&#8220; <br><em>oder:<\/em><br>\u00a7&nbsp;10 Abs.&nbsp;10 wird folgender Satz angef\u00fcgt:\u201eF\u00fcr Orchester <strong>in fixer Zusammensetzung<\/strong> gilt \u00a7&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 letzter Satz sinngem\u00e4\u00df.\u201c <em>[Ist f\u00fcr die Auslegung der &#8222;fixen Besetzung&#8220; der OGH oder das Institut f\u00fcr Musikkunde zust\u00e4ndig?]<\/em><br><em>oder:<\/em><br>\u201e\u00a7 11 (2a) Die Pflicht der Einhaltung eines Abstandes von einem Meter gilt nicht, wenn dies die Vornahme religi\u00f6ser Handlungen erfordert.\u201c <em>(Ich empfehle bei jeder Abstandsunterschreitung ein Kreuzzeichen.)<\/em><br><em>und schlie\u00dflich:<\/em><br>&#8222;In \u00a7&nbsp;11 Abs.&nbsp;4 wird nach dem Wort&nbsp;\u201eerbringen\u201c&nbsp;die Wortfolge&nbsp;\u201esowie unter Wasser\u201c&nbsp;eingef\u00fcgt.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Ende dieses Unfugs ist nicht in Sicht. Die Bunkermentalit\u00e4t dieser Regierung l\u00e4\u00dft dies auch gar nicht zu.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Es f\u00e4llt einem Juristen schwer, sich mit einem solchen gesetzgewordenen Schwachsinn noch ernsthaft auseinanderzusetzen<\/strong>, wenn Inhalt und legistische Qualit\u00e4t dieser offensichtlichen Verordnungs-Schnellsch\u00fcsse (f\u00fcr die den Ministerien \u00fcbrigens ausreichend Zeit zur Verf\u00fcgung steht!) bei wirklich b\u00f6swilliger Betrachtung den Verdacht aufkommen lassen <em>k\u00f6nnten<\/em>, da\u00df sie nicht von Erwachsenen, sondern an einem &#8222;bunten Abend&#8220; einiger Maturaabbrecher verfa\u00dft wurden. An die Herren Kurz, Kogler, Anschober und Nehammer: Treten Sie zur\u00fcck! Selbst ein Metternich hat irgendwann eingesehen, da\u00df seine Zeit vorbei ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Addendum: Die Lockerungsverordnung war offenbar nicht locker genug, weshalb eine erneute Maskenpflicht als weitere Erg\u00e4nzung der Lockerungsverordnung eine Versch\u00e4rfung bringen mu\u00df. Alles klar? Gem\u00e4\u00df der deutschen Redensart <em>&#8222;Rin aus die Kartoffeln, raus aus die Kartoffeln&#8220;<\/em> geht&#8217;s nun bei uns: <em>Rauf mit der Maske, runter mit der Maske, rauf &#8230;<\/em> Bewegung ist gesund.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Abschlu\u00df noch eine kleine Aufstellung des Verordnungsirrsinns (aktualisiert am 31.07.2020):<\/p>\n\n\n\n<p>BGBl. II Nr. 98\/2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 15.03.2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <em><strong>Verordnung des Bundesministers f\u00fcr Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz gem\u00e4\u00df \u00a7 2 Z 1 des COVID-19-Ma\u00dfnahmengesetzes<\/strong><\/em><br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 351 W\u00f6rter nach 5 \u00c4nderungen (einschl. mehreren Verl\u00e4ngerungen der Geltung):<br>19.03.2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; BGBl. II Nr. 107\/2020<br>20.03.2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; BGBl. II Nr. 108\/2020 berichtigt mit BGBl. II Nr. 166\/2020 vom 21.04.2020<br>09.04.2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; BGBl. II Nr. 148\/2020<br>18.04.2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; BGBl. II Nr. 162\/2020 berichtigt mit BGBl. II Nr. 166\/2020 vom 21.04.2020<br>30.04.2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; BGBl. II Nr. 197\/2020 \u2013 (obsolete) Aufhebung durch COVID-19-LV<\/p>\n\n\n\n<p>BGBl. II Nr. 96\/2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 15.03.2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <strong><em>Verordnung des Bundesministers f\u00fcr Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend vorl\u00e4ufige Ma\u00dfnahmen zur Verhinderung der Verbreitung von COVID-19<\/em><\/strong><br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 533 W\u00f6rter nach 6 \u00c4nderungen (einschl. mehrerer Verl\u00e4ngerungen der Geltung):<br>20.03.2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; BGBl. II Nr. 110\/2020<br>22.03.2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; BGBl. II Nr. 112\/2020<br>02.04.2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; BGBl. II Nr. 130\/2020<br>09.04.2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; BGBl. II Nr. 151\/2020<br>18.04.2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; BGBl. II Nr. 162\/2020<br>30.04.2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; BGBl. II Nr. 197\/2020<\/p>\n\n\n\n<p>BGBl. II Nr. 197\/2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 30.04.2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <strong><em>COVID-19-Lockerungsverordnung \u2013 COVID-19-LV<\/em><\/strong><br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;2.119 W\u00f6rter (erste Fassung)<br>BGBl. II Nr. 207\/2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 13.05.2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; \u00c4nderung der COVID-19-Lockerungsverordnung<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;2.875 W\u00f6rter <em>(136 % zur 1. Fassung der LV)<\/em><br>BGBl. II Nr. 231\/2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 27.05.2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 2. COVID-19-LV-Novelle<br>BGBl. II Nr. 239\/2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 28.05.2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 3. COVID-19-LV-Novelle<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;3.299 W\u00f6rter <em>(156 % zur 1. Fassung der LV)<\/em><br>BGBl. II Nr. 246\/2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 29.05.2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 4. COVID-19-LV-Novelle<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 3.339 W\u00f6rter <em>(158 % zur 1. Fassung der LV)<\/em><br>BGBl. II Nr. 266\/2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 13.06.2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 5. COVID-19-LV-Novelle<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 3.506 W\u00f6rter <em>(ohne Anmerkungen \u00fcber aufgehobene Passagen; 165 % zur 1. Fassung)<\/em><br>BGBl. II Nr. 287\/2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 29.06.2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 6. COVID-19-LV-Novelle<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 3.929 W\u00f6rter <em>(ohne Anmerkungen \u00fcber aufgehobene Passagen; <strong>85% l\u00e4nger als die 1. Fassung<\/strong>)<\/em><br>BGBl. II Nr. 299\/2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 02.07.2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 7. COVID-19-LV-Novelle<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 3.997 W\u00f6rter<br>BGBl. II Nr. 332\/2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 22.07.2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 8. COVID-19-LV-Novelle<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 4.065 W\u00f6rter <em>(Gratulation, wir n\u00e4hern uns dem Duplum!)<\/em><br>BGBl. II Nr. 342\/2020 &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;29.07.2020&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;  9.&nbsp;COVID-19-LV-Novelle<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<em>(Die Neufassung der Verordnung, seit 30.07.2020 in Geltung, sucht man im Rechtsinformationssystem www.ris.gv.at \u00fcbrigens noch am 03.08.2020 vergebens. Der gesetzestreue B\u00fcrger kann also das Gesetz, dem er treu sein m\u00f6ge, gar nicht finden. Conclusio: Der Staat, im Gegensatz zum B\u00fcrger, darf ohne Konsequenzen schlampen.) <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Stand: 01. Juli 2020<em> (aktualisiert 03.08.2020)<\/em><br>MS<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"292\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Kleine-Zeitung-13-06-2020-292x1024.jpg\" alt=\"Die noch amtierende Regierung verschwendete ein Drittel eines Jahres mit einer beispiellosen Regelungsschwemme. Corona, das unpolitische Feindbild, wurde zum koalition\u00e4ren Kitt einer Regierung, die sich vor wichtigeren Themen dr\u00fcckt. Die Art ihrer (wom\u00f6glich verfassungswidrigen) Gesetzgebung spottet dem Vertrauensgrundsatz:\nDie ersten beiden COVID-Verordnungen vom 15. M\u00e4rz \u2013 die Infektionswelle hatte ihren H\u00f6hepunkt schon \u00fcberschritten \u2013 wurden binnen zwei Wochen f\u00fcnf- bzw. sechsmal (!) novelliert und dabei ihre Geltung verl\u00e4ngert. Statt sie weiter zu verl\u00e4ngern folgte die nun schon ber\u00fcchtigte, teils wortgleiche COVID-19-Lockerungsverordnung, die u.a. die \u201eLockerung\u201c brachte, da\u00df nun auch auf M\u00e4rkten Maskenpflicht galt. Man mag die Panik, in der das Gesundheitsministerium die Lockerung verordnete, daran messen, da\u00df die Lockerungsverordnung in der Nacht zum 1. Mai, kaum zwei Stunden vor ihrer G\u00fcltigkeit kundgemacht wurde. \nAber auch die noch junge Lockerungs-VO wurde seit Kundmachung schon viermal novelliert, besser: repariert, geflickt. Ist das seri\u00f6se Gesetzgebung \u2013 oder Strategie, das Thema Covid st\u00e4ndig am K\u00f6cheln zu halten? Mit jeder weiteren \u201eLockerung\u201c verl\u00e4ngerten sich die Geltung der Verordnung und die Verordnung selbst. Kein Wunder: 11 Punkte f\u00fcr normgerechtes Ver-halten im Wirtshaus, 8 Punkte f\u00fcr Hotels, 5 Punkte mit 8 Unterpunkten f\u00fcr\u2019s Sporteln, nicht weniger als 12 Punkte plus Unterpunkte f\u00fcr Veranstaltungen. Die j\u00fcngste Fassung ist um die H\u00e4lfte L\u00e4nger als die Urfassung. Der Gesetzgeber steht vor dem selbstgemachten Problem, jeden Handgriff des t\u00e4glichen Lebens zu regeln und dabei fassen zu wollen, was nicht zu fassen ist. \nHinzu kommt: Die Regeln sind f\u00fcr den \u201eNormunterworfenen\u201c (das sind Sie!) nahezu unverst\u00e4ndlich, obwohl unser allt\u00e4gliches Leben davon bestimmt wird \u2013 von den Redaktionsfehlern und Widerspr\u00fcchen (z.B. Maske am Markt, nicht aber an der Theke u.a.m.) ganz zu schweigen.\nDas nun angek\u00fcndigte Ende der Mundschutzpflicht, f\u00fcr die die Wissenschaft schon seit zwei Monaten keine Notwendigkeit mehr sieht, wird als Gnadenakt dargestellt. Aber nicht die Lokkerungen sind zu rechtfertigen, sondern jeder weitere Tag der Einschr\u00e4nkungen. Der Normalzustand ist unverz\u00fcglich wieder herzustellen.\n\" class=\"wp-image-1292\" srcset=\"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Kleine-Zeitung-13-06-2020-292x1024.jpg 292w, https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Kleine-Zeitung-13-06-2020-768x2696.jpg 768w, https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Kleine-Zeitung-13-06-2020-438x1536.jpg 438w, https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Kleine-Zeitung-13-06-2020-100x351.jpg 100w, https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Kleine-Zeitung-13-06-2020-777x2727.jpg 777w, https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Kleine-Zeitung-13-06-2020-scaled.jpg 729w\" sizes=\"auto, (max-width: 292px) 100vw, 292px\" \/><figcaption><strong>Anmerkung zu diesem Gastkommentar in der Kleinen Zeitung:<\/strong> <br>Der letzte Satz des Entwurfs lautete <em>&#8222;Der Normalzustand ist unverz\u00fcglich wiederherzustellen.&#8220;<\/em> und wurde (es gilt die Unschuldsvermutung auch f\u00fcr eine Zeitungsredaktion) wohl nur aus satztechnischen Gr\u00fcnden unterschlagen. Bei Verwendung des vorgeschlagenen Titels f\u00fcr die Glosse &#8222;Corona-Gesetzespfusch&#8220; w\u00e4re allerdings auch f\u00fcr den letzten Satz des Entwurfs Platz gewesen&#8230;<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die derzeit noch amtierende Regierung klammert sich verzweifelt an das einzige Thema, das dieses Koalition noch zusammenh\u00e4lt: Covid-19, vulgo Corona. Die umfassenden Einschr\u00e4nkungen in den ersten zwei, drei Wochen waren aufgrund der vielleicht neuartigen Situation noch verst\u00e4ndlich und als Beobachtungszeitraum gerade noch zu rechtfertigen. Aber alles, was danach an Verordnungen und Gesetzen fabriziert wurde, war und ist nur mehr der &#8230; <a href=\"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/?p=1286\" class=\"more-link\">Read More<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-1286","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-informationen","no-post-thumbnail"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1286","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1286"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1286\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1680,"href":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1286\/revisions\/1680"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1286"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1286"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1286"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}