{"id":1003,"date":"2017-12-20T11:46:59","date_gmt":"2017-12-20T10:46:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/?p=1003"},"modified":"2017-12-20T11:46:59","modified_gmt":"2017-12-20T10:46:59","slug":"arbeit-im-vertrieb-das-recht-des-handelsvertreters","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.seeber-lawconsult.at\/?p=1003","title":{"rendered":"Arbeit im Vertrieb: das Recht des Handelsvertreters"},"content":{"rendered":"<p>Wer im Vertrieb auf selbstst\u00e4ndiger Basis t\u00e4tig ist, unterliegt nicht nur den allgemeinen Bestimmungen des AGBG, sondern auch dem speziellen Handelsvertretergesetz (HVertrG).\u00a0Das Handelsvertreterrecht erscheint in einigen Punkten dem Angestelltengesetz nachempfunden.<\/p>\n<p>Obwohl ein Handelsvertreter eine <strong>selbstst\u00e4ndige T\u00e4tigkeit<\/strong> (auf eigene Kosten und Risiko) aus\u00fcbt, ist er gegen\u00fcber seinem Auftraggeber bei Beendigung dieser T\u00e4tigkeit an <strong>K\u00fcndigungsfristen<\/strong> gebunden, die vertraglich nicht verk\u00fcrzt werden d\u00fcrfen. Dennoch ist unter bestimmten Voraussetzungen eine <strong>vorzeitige Aufl\u00f6sung<\/strong> des Vertragsverh\u00e4ltnisses zul\u00e4ssig.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend eines aufrechten Vertragsverh\u00e4ltnisses zwischen Handelsvertreter und Auftraggeber ist eine <strong>Konkurrenzklausel<\/strong> zul\u00e4ssig, d.h. das Verbot, das der Handelsvertreter f\u00fcr eine andere Firma der gleichen Branche seines Auftraggebers t\u00e4tig wird.\u00a0Eine Konkurrenzklausel aber, die \u00fcber die Dauer des Vertragsverh\u00e4ltnisses hinausgeht, ist unwirksam.<\/p>\n<p>Auch der Handelsvertreter hat nach Beendigung seiner T\u00e4tigkeit gegen\u00fcber\u00a0seinem Auftraggeber einen Anspruch auf eine Ausgleichszahlung (<strong>Ausgleichsanspruch<\/strong>), die effektiv einer Abfertigung (nach dem fr\u00fcheren Abfertigungssystem des Angestelltengesetzes) entspricht.<\/p>\n<p>Man sollte nicht vers\u00e4umen, bei Beendigung der T\u00e4tigkeit diese Ausgleichsanspr\u00fcche <u>rechtzeitig<\/u> und m\u00f6glichst schriftlich anzumelden, da diese Anspr\u00fcche sonst verfallen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es ist zu empfehlen, die Rahmenbedingungen des Vertragsverh\u00e4ltnisses, insbesondere <strong>Provisionsregelungen<\/strong>, schriftlich festzuhalten. Zwar sieht das Gesetz im Zweifel eine Provision <em>&#8222;nach den f\u00fcr den betreffenden Gesch\u00e4ftszweig am Orte der Niederlassung des Handelsvertreters \u00fcblichen S\u00e4tzen&#8220;<\/em> vor, es kann jedoch schwierig sein, diese S\u00e4tze zu ermitteln. Will man bei einzelnen Gesch\u00e4ften von der bestehenden Provisionsregelung abgehen, sollte man auch hier\u00fcber eine kurze schriftliche Vereinbarung treffen, um allf\u00e4lligen sp\u00e4teren Unklarheiten vorzubeugen.<\/p>\n<p>Ihr Rechtsanwalt ber\u00e4t Sie gerne bei der Errichtung von Handelsvertretervertr\u00e4gen und bei der Ermittlung und Durchsetzung Ihrer Anspr\u00fcche im Bereich des Vertriebsrechts.<\/p>\n<p>MS<br \/>\nStand: Nov. 2017<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer im Vertrieb auf selbstst\u00e4ndiger Basis t\u00e4tig ist, unterliegt nicht nur den allgemeinen Bestimmungen des AGBG, sondern auch dem speziellen Handelsvertretergesetz (HVertrG).\u00a0Das Handelsvertreterrecht erscheint in einigen Punkten dem Angestelltengesetz nachempfunden. 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